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Deutsche Evaluierungsinstitut der Entwicklungszusammenarbeit

Synthesestudie zum Wald- und Klimaschutzprogramm REDD+

Hintergrund

REDD+ (Reducing emissions from deforestation and forest degradation and the role of conservation, sustainable management of forests and enhancement of forest carbon stocks in developing countries) ist ein von der internationalen Gemeinschaft entwickelter Ansatz zum Klimaschutz unter dem Dach der Vereinten Nationen. Ziel von REDD+ ist die Minderung von Nettoemissionen von Treibhausgasen aus Entwaldung und Schädigung von Wäldern, Wiederaufforstung, und nachhaltige Waldbewirtschaftung in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen. Der Ansatz von REDD+ beruht auf der Honorierung von Regierungen für nachweisbare Emissionsminderungen. Wiederaufforstung und nachhaltige Waldbewirtschaftung sind ein wichtiger Bestandteil im Beitrag zur Erhöhung von „Forstbiomasse “ und der Reduzierung von Emissionen.

Die Bundesregierung hat eine langjährige Verpflichtung zum internationalen Schutz und Erhalt von Wäldern und ist eine der größten Geberinnen auf diesem Gebiet. Zurzeit stellt das Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) über 1,4 Milliarden Euro für über 240 Forstinitiativen in über 30 Ländern und 10 Regionen durch finanzielle und technische Unterstützung zur Verfügung. Hiervon wurden zwischen 2008 und 2014 750 Millionen Euro sowohl für bi- als auch für multilaterale REDD+ Initiativen zur Verfügung gestellt. Dies beinhaltet das REDD Early Movers (REM) Programm, welches Pionierländer für ihre unabhängige Eigeninitiative zur Minderung von Klimawandel und dem Erhalt von Wäldern honoriert. Auf multilateraler Ebene hat Deutschland 160 Millionen Euro der Forest Carbon Partnership Facility (FCPF) zur Verfügung gestellt, insbesondere deren aus mehreren Gebern bestehenden Treuhänderfonds: Dem „Readiness Fund“ und dem „Carbon Fund“.

REDD+-Aktivitäten sind ein wichtiges Instrument für den Klimaschutz, doch die Wirkungen von REDD+ sind kontrovers. Vor dem Hintergrund der strategischen Relevanz stellt sich die Frage nach der Bedeutung und Wirksamkeit dieses Instruments, das auch von der deutschen Entwicklungszusammenarbeit unterstützt wird.

Die zunehmende Anzahl wissenschaftlich fundierter Evaluierungen und Studien zu REDD+ hat noch zu keiner Gesamtbewertung des deutschen Beitrags geführt. DEval wertet die vorliegenden Erkenntnisse über die Bedeutung und Wirksamkeit der deutschen REDD+-Aktivitäten in einer Synthesestudie aus.

Ziele der Synthesestudie

- Synthese der Evidenz der deutschen EZ Aktivitäten zu REDD+

- Förderung des Austauschs von Wissen, Ergebnissen, und Erfahrungen zwischen BMZ, Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU), Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), Durchführungsorganisationen und weiteren Partnern;

- Beitrag zur zukünftigen Formulierung und Umsetzung deutscher, bi- und multilateraler REDD+ Maßnahmen und Finanzierung.

Methodische Vorgehensweise

Basierend auf einer rekonstruierten Theorie des Wandels (Theory of Change - ToC) wird die Synthesestudie einen Mixed-Methods Ansatz anwenden und eine Schreibtischstudie mit Stakeholder-Interviews kombinieren. Die Schreibtischstudie besteht aus zwei Teilen. Im ersten Teil werden REDD+ Evaluierungen, Länderbeiträge, sowie für die deutschen REDD+ Maßnahmen relevante Projektdokumente von Durchführungsorganisationen (GIZ, KfW), des BMZ, BMU, und bilateraler sowie multilateraler Organisationen (UNFCCC) ausgewertet. Im zweiten Teil erfolgt eine Analyse wissenschaftlicher und grauer Literatur über REDD+, inklusive von Deutschland unterstützte REDD+ Aktivitäten und Bereiche. Beide Teile werden mittels tiefgründiger Interviews mit Schlüsselakteuren aus deutschen REDD+ Aktivitäten und akademischen Experten in Kontext gebracht.

Zeitplan

Die Synthesestudie hat April 2019 begonnen und endet im 1. Halbjahr 2020.