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Deutsche Evaluierungsinstitut der Entwicklungszusammenarbeit
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Kurzmeldung

09.09.2019 - Werkstatt „Menschenrechtsbasierte Evaluierung“

Menschenrechte sind Leitprinzip der deutschen Entwicklungszusammenarbeit (EZ). Im November 2018 kündigte Bundesminister Müller in der Haushaltsdebatte im Deutschen Bundestag eine „Offensive zur Wahrung der Menschenrechte“ an. Zugleich sind Menschenrechte weltweit unter Druck. Autokratische Regierungen beschneiden bürgerliche und politische Rechte der Bevölkerung und schränken den Handlungsspielraum der Zivilgesellschaft ein. Sowohl die bürgerlichen als auch die sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Rechte marginalisierter Gruppen werden verletzt, wenn sie in Konflikt mit den Interessen politisch oder wirtschaftlich dominanter Gruppen geraten, wie beispielsweise die aktuelle Situation indigener Völker im Amazonas vor Augen führt.

Vor diesem Hintergrund richtete das DEval gemeinsam mit dem Deutschen Institut für Menschenrechte (DIMR) am 03. September 2019 zum zweiten Mal ein Werkstattgespräch dazu aus, wie Menschenrechte in der Evaluierungspraxis konsequenter umgesetzt werden können. Im fachlichen Austausch mit zuständigen BMZ-Referaten, zivilgesellschaftlichen Organisationen, staatlichen Durchführungsorganisationen und Gutachterinnen von EZ-Projekten wurden mögliche Handlungsfelder für eine stärkere Menschenrechtsbasierung von Evaluierungen in der EZ identifiziert. Angeregt wurde die Diskussion u.a. durch Impulsvorträge von Dr. Lioba Weingärtner und Ilse Worm aus der Praxis der EZ-Evaluierung.

Ansatzpunkte zu einer Verbesserung bestehen aus Sicht der Teilnehmenden an der Werkstatt in drei Bereichen. Erstens sollte gute Praxis der menschenrechtsbasierten Evaluierung sichtbar und zugänglich gemacht werden. Dies betrifft Aspekte wie menschenrechtliche Anforderungen in den Leistungsbeschreibungen von Evaluierungen fixiert werden können, wie eine angemessene Partizipation marginalisierter Gruppen im Evaluierungsprozess sichergestellt werden kann oder wie die Datensicherheit für sensible und damit für die Auskunftgebenden potenziell gefährliche Informationen gewährleistet werden kann. Zweitens sollten Kompetenzen und Wissen zu Menschenrechten sowohl bei den Auftraggebenden als auch bei Gutachterinnen und Gutachtern gestärkt werden. Diskutiert wurde u.a. die Frage, inwieweit ein „Basis-Training“ im Bereich Menschenrechte und Evaluierung sinnvoll wäre und was es beinhalten könnte. Drittens sollte der Fachaustausch zu spezifischen Herausforderungen weiter vorangetrieben werden. Ein mögliches erstes Thema ist ein Austausch zu Traumasensibilität von Evaluierenden im Kontakt zu Personen, die potenziell traumatische Erfahrungen in den Evaluierungsprozess einbringen.

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