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Deutsche Evaluierungsinstitut der Entwicklungszusammenarbeit

Menschenrechte in der deutschen Entwicklungspolitik: Konzept, Umsetzung, Wirksamkeit

Hintergrund

Menschenrechte sind ein wichtiges Leitprinzip der deutschen Entwicklungspolitik. Die Umsetzung dieses Prinzips wird im BMZ-Strategiepapier „Menschenrechte in der deutschen Entwicklungspolitik“ (BMZ 2011) ausformuliert. Darin wird das übergeordnete Ziel deutscher Entwicklungszusammenarbeit formuliert, Partnerländer bei der Umsetzung von Menschenrechten zu unterstützen. Um dieses Ziel zu erreichen, verfolgt die deutsche Entwicklungspolitik einen menschenrechtsbasierten Ansatz, der unter anderem darin besteht, Menschenrechte in alle Vorhaben der deutschen EZ querschnittlich zu integrieren und vermehrt spezifische Menschenrechtsvorhaben durchzuführen.

Ausgehend von Vorschlägen aus dem BMZ sowie von zivilgesellschaftlichen Akteuren, wurde eine Evaluierung des Menschenrechtskonzepts und des Menschenrechtsansatzes in der deutschen Entwicklungspolitik in das Mehrjährige Evaluierungsprogramm des DEval 2019-2021 aufgenommen.

Zwecke und Ziele der Evaluierung

Die Evaluierung beinhaltet summative und formative Elemente und hat zwei zentrale Erkenntnisinteressen: (1) Einerseits soll sie den menschenrechtsbasierten Ansatz, seine Umsetzung und Wirksamkeit untersuchen sowie Verbesserungspotenziale identifizieren. (2) Andererseits soll die Evaluierung dazu beitragen, die Effektivität staatlicher, zivilgesellschaftlicher und privater Akteure hinsichtlich ihrer Wirkungen auf Menschenrechte und der Vermeidung menschenrechtlicher Risiken in Partnerländern zu untersuchen.
Diese beiden Schwerpunkte werden im Rahmen von zwei sukzessiv aufeinanderfolgenden Modulen evaluiert. Die Evaluierung hat das Ziel sowohl zum Lernen als auch zur Rechenschaftslegung beizutragen: Sie soll einen Beitrag zum Lernen leisten, indem Möglichkeiten identifiziert werden, um das Menschenrechtskonzept und seine Umsetzung in BMZ und DO weiterzuentwickeln sowie seine Wirksamkeit in Partnerländern zu erhöhen. Zur Rechenschaftslegung soll die Evaluierung beitragen, indem sie Auskunft über den Grad der Umsetzung des Menschenrechtskonzepts gibt und die Wirksamkeit des Menschenrechtsansatzes im Schwerpunktbereich der nachhaltigen Wirtschaftsentwicklung untersucht.

Methodische Vorgehensweise

Aufgrund des unterschiedlichen Erkenntnisinteresses beider Module unterscheiden sich die jeweiligen methodischen Zugänge voneinander. Das erste Modul folgt dem Ansatz der Strategieevaluierung, wobei der empirische Abgleich zwischen intendierter und realisierter Strategie ermöglicht, Wege zur Weiterentwicklung einer Strategie und ihrer Umsetzung zu identifizieren. Das zweite Modul verfolgt einen theoriebasierten Ansatz. Theoriebasierten Ansätzen liegt ein sogenannter generativer Kausalitätsbegriff zugrunde, der auf der empirischen Untersuchung der Schritte oder Mechanismen beruht, die zwischen Aktivitäten bzw. erbrachten Leistungen und intendierten Wirkungen liegen.