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Deutsche Evaluierungsinstitut der Entwicklungszusammenarbeit

Exit-Prozesse in der Entwicklungszusammenarbeit

Hintergrund

Ausgangspunkt der Synthesestudie "Exit-Prozesse in der Entwicklungszusammenarbeit" ist eine strategische Neuorientierung in der deutschen Entwicklungszusammenarbeit (EZ): Mit den jüngsten Rahmensetzungen (Marshallplan, Entwicklungspolitik 2030) ist ein strategischer Wandel angelegt, der beinhaltet, dass insbesondere Reformländer gezielt unterstützt und Partnerschaften mit solchen Ländern gestärkt werden sollen, die für gute Regierungsführung, den Schutz der Menschenrechte und wirtschaftliche Entwicklung einstehen.

Ein strategischer Konzentrationsprozess in diesem Sinne erfordert in der Regel allerdings auch den Rückzug aus einzelnen Betätigungsfeldern der EZ sowohl auf geographischer als auch thematischer und instru­men­teller Ebene. So wird im Rahmen des BMZ 2030-Prozesses eine Anpassung der Länderliste diskutiert.

Neben der Intention, die Wirksamkeit in den fokussierten Bereichen der EZ zu erhöhen, bergen Ausstiegs- bzw. Aussteuerungsprozesse für die davon betroffenen Länder, Sektoren und Instrumente einschneidende Risiken: Die Nachhaltigkeit von bereits erzielten bzw. angestrebten Wirkungen kann beispielsweise gefährdet oder Beziehungen zum Partnerland – insbesondere der politische Dialog zur Partnerregierung – belastet werden.

Vor dem Hintergrund des BMZ 2030-Prozesses sollen daher bisherige Erfahrungen mit und Evidenz zu Exit-Prozessen aufgrund von politisch motivierten Konzentrationsprozessen aufgearbeitet werden, um daraus zu lernen.

Ziele der Evaluierung

Ziel der Synthesestudie ist es aufzuzeigen, welche Evidenz für gut – oder auch weniger gut - gestaltete Ausstiegs- und Aussteuerungsprozesse vorliegt. Hierfür werden Erfahrungen und Evidenz dazu zusammengetragen, worauf im Verlauf von Exit-Prozessen geachtet werden sollte. Am Ende der Synthesestudie steht daher nicht die Ausarbeitung einer vollständigen Exit-Strategie, sondern es werden Hinweise für die Ausgestaltung von Exit-Prozessen gegeben. Zugleich sollen Evidenzlücken identifiziert werden.

Die Leitfragen der Synthesestudie lauten wie folgt:

- Welche Evidenz liegt über die Ausgestaltung von Exit-Prozessen in der Entwicklungszusammenarbeit vor?

- Worauf sollte im Exit-Prozess geachtet werden, um ihn möglichst gut auszugestalten?

- Was sollte im Exit-Prozess vermieden werden, um ihn möglichst gut auszugestalten?

- Warum werden manche Erkenntnisse zu Exit-Prozessen in der Entwicklungszusammenarbeit nicht umgesetzt?

- Welche Evidenzlücken bestehen bzgl. der guten Ausgestaltung von Exit-Prozessen in der Entwicklungszusammenarbeit?

Methodische Vorgehensweise

Die Grundlage der Synthesestudie bildet eine umfassende Literaturrecherche und -auswertung mit dem Ziel, sowohl deutsche als auch internationale Erfahrungen und Evidenz zu Exit-Prozessen zusammenzutragen. Mithilfe von Länderbesuchen und Interviews mit Expert*innen auf Geberseite soll diese Evidenz aus unterschiedlichen Perspektiven reflektiert und Evidenzlücken benannt werden. Um Erfahrungen auf der Geberseite möglichst flächendeckend zu erfassen, ist zudem ein Survey unter Mitgliedern des DAC Network on Development Evaluation vorgesehen.

Vorläufiger Zeitplan

Juni 2019 – Oktober 2019: Konzeptionsphase

Oktober 2019 – März 2020: Datenerhebungs- und -analysephase

April 2020 – Dezember 2020: Berichtserstellung

Januar 2021: Disseminierung des Berichts und seiner Erkenntnisse