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Deutsche Evaluierungsinstitut der Entwicklungszusammenarbeit
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Kurzmeldung

06.06.2019 - Rigorose Wirkungsevaluierung und Evidenzsynthese: Eine Chance für Deutschland

Am 9. und 10. Mai versammelten die Campbell Collaboration und das DEval rund 80 Expertinnen und Experten aus Politik, Praxis und Forschung zu einer internationalen Konferenz zu rigoroser Wirkungsevaluierung und Evidenzsynthesen. Die Veranstaltung bildet den Auftakt eines vom BMZ finanzierten DEval-Forschungsprojekt mit dem Ziel, die Durchführung rigoroser Wirkungsevaluierung und die Nutzung rigoroser Evidenz in der deutschen Entwicklungszusammenarbeit zu stärken.

Howard White, CEO der Campbell Collaboration, eröffnete die Konferenz mit einem starken Plädoyer für rigorose Wirkungsevaluierung und für die Erstellung und Anwendung systematischer Reviews für Politik- und Programmgestaltung in der Entwicklungszusammenarbeit: "Die meisten Interventionen funktionieren nicht, die meisten Interventionen werden nicht evaluiert und die meisten Evaluierungen werden nicht verwendet. So werden Milliarden von Dollar für ineffektive Programme verschwendet. Die Förderung von Forschung, die misst was wirklich wirkt, ist die beste Investition, die wir tätigen können."

Marion Krämer, Teamleiterin des anwendungsorientierten Forschungsprojekts zu rigoroser Wirkungsevaluierung, skizzierte die Situation in Deutschland: "Trotz der großen internationalen Evidenzgrundlage aus rigorose Wirkungsevaluierungen und systematischen Reviews, die in den letzten Jahrzehnten aufgebaut wurde, zögern die relevanten Akteuren in Deutschland immer noch, diese Erkenntnisse zu nutzen und eigene rigorose Wirkungsevaluierungen durchzuführen. Wir wollen bestehende Barrieren verstehen und aus den Erfahrungen anderer Länder Lehren für Deutschland ziehen."

 

Martin Bruder und Marion Krämer
Martin Bruder und Marion Krämer
Poster Päsentation
Poster Präsentation

 

Die Konferenz bot die Möglichkeit zum direkten Austausch zwischen nationalen Akteuren und internationalen Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Lisa Hjelm von der Expertengruppe für Aid Studies (EBA), Claudia Casarotto von Innovations for Poverty Action (IPA) und Sheree Bennett vom International Rescue Committee (IRC) teilten die Erfahrungen ihrer Institutionen bezüglich der Schaffung eines günstigen Umfelds für evidenzbasierte Politikgestaltung. Marie Gaarder von der International Initiative for Impact Evaluation (3ie) gab eine Einführung in systematische Reviews und Evidence (Gap) Maps als konkrete Instrumente für die Evidenzsynthese.

In seinen Schlussworten sagte DEval-Direktor Jörg Faust, dass die Konferenz das Lernpotenzial, das entstehe, wenn nationale und internationale Experten ihre Erfahrungen in den Bereichen rigoroser Wirkungsevaluierung und Evidenzsynthese austauschen, bestätigt habe. Er betonte, wie wichtig es sei, die vielfältige Nachfrageseite von rigoroser Wirkungsevaluierung gründlich zu analysieren, um die richtigen Anreize für rigorose Wirkungsevaluierung und Evidenzsynthese zu schaffen. Schließlich plädierte Faust für stärkere finanzielle Investitionen in rigorose Wirkungsevaluierungen in der deutschen Entwicklungszusammenarbeit um evidenzbasierte Politikgestaltung zu stärken. Damit unterstützte er Howard White bei seinem Aufruf: "join the evidence revolution".

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