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Deutsche Evaluierungsinstitut der Entwicklungszusammenarbeit
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Kurzmeldung

17.12.2019 - “Kohärenz” neues OECD-Evaluierungskriterium

Wann Entwicklungszusammenarbeit erfolgreich ist und wann nicht, wurde lange entlang von fünf Evaluierungskriterien bewertet: Relevanz, Effektivität, Effizienz, übergeordnete entwicklungspolitische Wirkungen (impact) und Nachhaltigkeit im Sinne der Dauerhaftigkeit. Der Entwicklungsausschuss der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (Organisation for Economic Co-operation and Development, Development Assistance Committee, OECD DAC) hat vergangene Woche beschlossen, „Kohärenz“ zur Liste der Kriterien hinzuzufügen

Die Reform ist das Ergebnis einer längeren Diskussion um die Angemessenheit und Nützlichkeit der ursprünglichen „großen Fünf“, die sich insbesondere nach Verabschiedung der Agenda 2030 intensiviert hat. Seither muss sich der Wirkungsnachweis der Entwicklungszusammenarbeit auch mit den Beiträgen zu den Zielen und Handlungsprinzipien der Agenda 2030 auseinandersetzen.

DEval-Direktor und stellvertretender Vorsitzer des OECD/DAC Evaluierungsnetzwerkes Jörg Faust: “Die Ergänzung von “Kohärenz” ist ein wichtiger Schritt in einem oftmals von Proliferation und Fragmentierung geplagten Politikfeld. Gut ist, dass bei der Reform die Kerninhalte der ursprünglichen Kriterien beibehalten werden und die Angaben zu deren spezifischen Verwendung verbessert werden.

Die Kriterien stellen eine der sichtbarsten und wichtigsten Harmonisierungsleistungen in der internationalen Entwicklungszusammenarbeit dar. In einem DEval Policy Brief von 2018 heben Jörg Faust und Ida Verspohl vier Funktionen der Kriterien hervor:

 

1) Die Kriterien bieten einen zur Neutralität verpflichteten Referenzrahmen (Referenzfunktion);

2) Sie setzen Anreize, Maßnahmen entlang zentraler Kriterien entwicklungspolitischer Wirksamkeit zu konzipieren und durchzuführen (Anreizfunktion);

3) Sie eröffnen Lernpotenzial durch die Möglichkeit, Wissen zu aggregieren und vergleichen (Lernfunktion) und

4) Sie erlauben einer umfassenden Bewertung von Maßnahmen von ihrer Relevanz bis hin zu ihrer Nachhaltigkeit (Tiefenfunktion).

Mit der Reform stärkt der OECD DAC die bestehenden Vorteile der Kriterien und deren Anwendung entlang der genannten Funktionen. Gleichzeitig erhöht er ihrer Nützlichkeit für die Evaluierung von Entwicklung im Zeitalter der Agenda 2030. So bleiben die Kriterien ein bedeutsames Instrument für evidenzbasierte Politikgestaltung in der Entwicklungszusammenarbeit.

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