Seiteninhalt
Deutsche Evaluierungsinstitut der Entwicklungszusammenarbeit

Evaluierungssynthese zur Zusammenarbeit mit der Privatwirtschaft

Kurzbeschreibung

Die Kooperation zwischen entwicklungspolitischen Akteuren und der Privatwirtschaft hat in den letzten zwei Jahrzehnten erheblich an Bedeutung gewonnen. Sowohl in der finanziellen wie auch in der technischen Zusammenarbeit werden hierbei bewährte Instrumente eingesetzt aber auch neue Kooperationsformen implementiert.

Inwieweit die Kooperation mit der Privatwirtschaft zu den gesteckten entwicklungspolitischen Zielsetzungen beiträgt oder mögliche negative Effekte hervorruft, wurde bislang ausschließlich in Evaluierungen von ausgewählten Instrumenten oder Programmen untersucht. Eine Evidenzbasis zu instrumenten- und programmübergreifenden Wirkungsbefunden zur Kooperation mit der Privatwirtschaft ist bislang jedoch kaum vorhanden.

Vor diesem Hintergrund führt das DEval eine Evaluierungssynthese zur Kooperation mit der Privatwirtschaft durch. Ziel ist es, die vorhandene Evidenz aus dem deutschen und internationalen Kontext zur Wirksamkeit der Kooperation mit der Privatwirtschaft in der EZ systematisch aufzuarbeiten, zu vergleichen und instrumentenübergreifende Wirkungen zu identifizieren.

Infografik

Hintergrund

Sowohl in der deutschen als auch in der internationalen Entwicklungszusammenarbeit (EZ) hat sich zunehmend das Bewusstsein durchgesetzt, dass globale Herausforderungen wie Armut, Klimawandel oder die Corona-Pandemie nicht von staatlicher Seite alleine, sondern nur in einer gemeinsamen Anstrengung staatlicher, zivilgesellschaftlicher und wirtschaftlicher Akteure überwunden werden können.

Von der Zusammenarbeit mit privaten Akteuren verspricht sich die entwicklungspolitische Gemeinschaft zum einen die Mobilisierung zusätzlich benötigter Ressourcen zur Finanzierung der Nachhaltigkeitsziele. Zum anderen sollen realwirtschaftliche Effekte im Partnerland erzielt werden. Der private Sektor wird als Motor für wirtschaftliches Wachstum angesehen, der durch unternehmerische Kreativität und Innovationskraft neue Investitionen fördert, die Effizienz der Märkte steigert sowie neue und bessere Arbeitsplätze schafft.

Eine Evidenzbasis zu instrumenten- und programmübergreifenden Wirkungsbefunden zur Kooperation mit der Privatwirtschaft ist bislang jedoch kaum vorhanden. Die wachsende Bedeutung der Thematik, die instrumentelle Vielfalt und neue Formate der Zusammenarbeit verlangen nach einer Identifizierung projekt‐ und instrumentenübergreifender Wirkungsbefunde.

Ziele

Im Rahmen der Evaluierungssynthese soll eine umfassende und systematische Analyse der existierenden Evidenz zur Kooperation mit der Privatwirtschaft in der EZ erfolgen. Die Evaluierungssynthese verfolgt dabei die folgenden Ziele:

- Identifizierung und Bewertung von projekt- und instrumentenübergreifender Effektivität, Wirkung und Nachhaltigkeit der Kooperation mit der Privatwirtschaft in der deutschen und internationalen EZ

- Bewertung des komparativen Vorteils/ Mehrwert der Instrumente der EZ in der Kooperation mit der Privatwirtschaft gegenüber anderen Instrumenten und unter welchen Bedingungen die Instrumente der EZ besonders wirksam sind

- Identifizierung von Evidenzlücken im Bereich der Kooperation mit der Privatwirtschaft als Anhaltspunkt für weitere Evaluierungen und Forschung

- Betrachtung und Bewertung des deutschen Portfolios in der Kooperation mit der Privatwirtschaft und Abgleich mit dem internationalen Portfolio

- Qualitätsanalyse von Evaluierungen zur Zusammenarbeit mit der Privatwirtschaft in der deutschen und internationalen EZ

Methoden und Evaluierungsprozess

Gegenstand der Evaluierungssynthese sind existierende Evaluierungen der deutschen EZ zur Zusammenarbeit mit der Privatwirtschaft. Zudem werden Evaluierungen sowie rigorose Wirkungsanalysen zur Zusammenarbeit mit der Privatwirtschaft aus dem internationalen Kontext herangezogen.

Die Fragen der Evaluierungssynthese werden auf Basis eines theoriebasierten Ansatzes beantwortet. Die Durchführung der Evaluierungssynthese erfolgt in Anlehnung an die Richtlinien zu Systematic Reviews der international anerkannten Campbell Collaboration. Zur Untersuchung der Kohärenz des deutschen Portfolios zur Zusammenarbeit mit der Privatwirtschaft wird die Evaluierungssynthese zudem um eine eigene Datenerhebung in Form von semi-strukturierten Interviews ergänzt.

TL: Magdalena Orth

AL: Amélie zu Eulenburg

Teammitglieder: Valerie Habbel, Johanna Richter, Steffen Schimko